Zwei oder drei Basen statt einer Runde durchs Land
Der schnellste Weg, Flitterwochen hier zu ruinieren, ist, das Bahnnetz als Mutprobe zu nehmen. Japan ist lang, und die Züge sind so gut, dass ein überfüllter Plan auf dem Papier vernünftig aussieht und sich am vierten Tag wie Pendeln anfühlt. Zwei oder drei Basen funktionieren: eine Stadt, ein Ort mit heißem Wasser und einer, der beides nicht ist. Der Shinkansen macht die Übergänge schmerzlos, Tokio nach Kyoto in rund 2,5 Stunden, Kyoto nach Osaka in fünfzehn Minuten, ihr zieht also an einem Vormittag um und habt den Nachmittag noch. Bucht Plätze nebeneinander, statt auf unreservierte Wagen zu hoffen.
Kyoto, langsam genommen
Kyoto belohnt Paare, die früh aufstehen und danach sehr wenig tun. Es war von 794 bis 1868 Hauptstadt, hat rund 2.000 Tempel und Schreine, und siebzehn seiner historischen Bauten wurden 1994 UNESCO-Welterbe: genau der Grund, sie nicht abarbeiten zu wollen. Schlaft in Higashiyama, dann gehören euch die alten Gassen um Kiyomizu-dera, bevor die Busse kommen. Hebt Kinkaku-ji für einen Wochentagmorgen auf. Arashiyama am Westrand ist national als historische Stätte und Landschaft von besonderer Schönheit ausgewiesen, und der Bambus ist vor dem Frühstück am schönsten. Nachmittage gehören einem Garten und einem langen Abendessen.
Ein Onsen-Ort und die Regeln für Paare
Eine Nacht im heißen Wasser bleibt in Erinnerung, und Hakone ist die einfache Variante davon. Der kleine Kurort in Kanagawa hat heiße Quellen mit Blick auf den Fuji, den Ashi-See und den Hakone-Schrein und liegt nah genug an Tokio für den ersten oder letzten Stopp. Lernt die Regeln vorher. Gebadet wird nackt, die Bäder sind nach Geschlecht getrennt, und gemischtes Baden ist in öffentlichen Bädern verboten: Ein Paar, das zusammen ins Wasser will, reserviert ein privates Bad. Vorher gründlich waschen, das kleine Handtuch bleibt draußen, und klärt die Tattoo-Regel vorab, denn viele Bäder lehnen sie weiter ab.
Eine Insel oder eine Gartenstadt
Für die dritte Basis wählt Wasser oder Gärten, und macht sie zum langsamen Teil der Reise. Itsukushima, die als Miyajima bekannte Insel, wurde 1643 zu einer der Drei Ansichten Japans erklärt, und ihr Schrein ist UNESCO-Welterbe; eine Seilbahn bringt euch bis auf eine halbe Stunde Fußweg an den 535 m hohen Berg Misen heran. Kanazawa hat Kenroku-en, einen der drei großen Gärten Japans, als Außengarten der Burg angelegt und 1875 öffentlich geöffnet; der Hokuriku-Shinkansen fährt seit März 2015 von Tokio in rund zweieinhalb Stunden hin. Fürs Meer: Die Ryukyu-Inseln sind subtropisch, und die Kabira-Bucht auf Ishigaki liegt in einem Nationalpark.
Eine Nacht, die kein Hotel ist: Koyasan
Wenn ihr eine Nacht wollt, die sonst niemand aus eurem Umfeld hatte, schlaft in einem Tempel. Der Koya ist eine Tempelsiedlung in der Präfektur Wakayama südlich von Osaka, Sitz der Koyasan-Schule des Shingon-Buddhismus, mit 120 Nebentempeln, von denen viele Gäste aufnehmen, wie sie seit Jahrhunderten Pilger aufnehmen. Die UNESCO nahm Kongobu-ji 2004 als Teil der Heiligen Stätten und Pilgerwege im Kii-Gebirge auf. Der Zug hinauf braucht etwa anderthalb Stunden als Express und rund zwei Stunden ohne. Rechnet mit frühen Morgen, vegetarischem Essen und kalten Fluren, genau darum geht es.
Zeitpunkt, Buchung und verbunden bleiben
Der Zeitpunkt entscheidet, wie viel vom Land ihr mit allen anderen teilt. Die Kirschblüte kommt Mitte März bis in den April, das Herbstlaub von Ende Oktober bis Anfang Dezember, und Kyoto ist der Ort, an dem die Welt beides sehen will: früh buchen, im Morgengrauen starten. Golden Week Ende April bis Anfang Mai, Obon Mitte August und Neujahr füllen Züge und Hotels, die Regenzeit läuft von Anfang Juni bis Mitte Juli, Taifune von Juni bis Dezember, am stärksten von Juli bis September. Nehmt Bargeld mit: kleine Restaurants, Schreine und ländliche Gasthäuser wollen es weiterhin. Trinkgeld erwartet niemand. Goodbars verkauft eine Japan-eSIM, die ihr zu Hause installiert und bei der Landung einschaltet; sie läuft über NTT docomo, gemessen an den Mobilfunkverträgen das größte Netz Japans, und unsere Abdeckungsseite für Japan zeigt, wo es verfügbar ist und was unabhängige Geschwindigkeitstests messen.






