Sechs Turniere, je fünfzehn Tage
Ein Honbasho, ein großes Sumo-Turnier, ist das Einzige, was zählt. Nur Honbasho-Ergebnisse entscheiden über Auf- und Abstieg auf der Banzuke, der Rangliste, alles andere ist Schaukampf. Seit 1958 gibt es sechs pro Jahr, je fünfzehn aufeinanderfolgende Tage, jeden zweiten Monat, beginnend im Januar, an vier Orten. Der japanische Sumoverband organisiert sie seit 1926, dem Zusammenschluss der Verbände von Tokio und Osaka. Vor dem 19. Jahrhundert spielte die Bilanz eines Ringers kaum eine Rolle, und Zahl wie Länge der Turniere schwankten; erst der moderne Kalender macht Planung möglich.
Wo sie stattfinden
Die sechs Turniere wechseln zwischen vier Orten. Am häufigsten steuern Besucher Tokios Ryogoku Kokugikan an, die Halle in ihrer heutigen Form seit 1985. Die drei anderen Städte und ihre Monate raten wir hier nicht aus dem Gedächtnis: Der japanische Sumoverband veröffentlicht den Spielplan, und nur dieser Liste solltest du bei der Datumswahl trauen. Prüf sie, bevor du Flüge festlegst, denn ein Turniermonat ist auch ein Monat, in dem die Hotels der Stadt voll sind, und da die fünfzehn Tage zusammenhängen, ist eine Reise mitten hinein leichter zu planen als eine drumherum.
Tickets, und was wir nicht nennen
Wir nennen keinen Ticketpreis, weil wir keinen aus einer offiziellen Quelle bestätigen konnten. Kauf über die Kanäle des japanischen Sumoverbands und prüf den Spielplan auf derselben Seite statt in einer Zusammenfassung anderswo. Zwei Dinge für die Planung: Das Turnier läuft fünfzehn Tage am Stück, ein Wochentag ist also leichter zu bekommen als ein Wochenendtag, und wegen der Rangliste sind die spannenden Kämpfe jene, bei denen die Position auf der Banzuke auf dem Spiel steht. Hast du nur einen freien Tag in einer Turnierstadt, nimm ihn; hast du die Wahl, wiegt ein späterer der fünfzehn schwerer.
Was du eigentlich siehst
Die Regel ist kurz: Ein Ringer gewinnt, indem er den Gegner aus dem Dohyo drängt, dem runden Ring, oder ihn mit etwas anderem als den Fußsohlen den Boden berühren lässt, meist durch Werfen, Schieben oder Niederdrücken. Drumherum liegen Jahrhunderte von Ritualen, viele aus dem Shinto, darunter das Salz zur Reinigung des Rings. Sumo gilt als moderne Kampfkunst mit sehr langer Geschichte, und Japan ist das einzige Land, in dem es professionell betrieben wird. Die erste Erwähnung steht in einem Kojiki-Manuskript von 712, wo der Besitz der japanischen Inseln in einem Ringkampf zweier Kami entschieden wird.
Das Leben hinter den fünfzehn Tagen
Die meisten Ringer leben in gemeinsamen Trainingsställen, Heya, wo die Verbandsregeln alles festlegen, von den Mahlzeiten bis zur Kleidung. 2007 beherbergten 43 Ställe 660 Ringer. Die Jüngeren stehen am frühesten auf, gegen 5 Uhr, zum Training, die gerankten Sekitori eher gegen 7 Uhr, und das Regime geht auf den Körper: Die Lebenserwartung im Sumo liegt deutlich unter dem Durchschnitt. Das Geld zeigt dasselbe Gefälle. Ein Divisionstitel bringt von 100.000 Yen in der untersten Klasse bis 10 Millionen Yen in der obersten, und jeder der drei Sonderpreise für eine herausragende Leistung in der Topdivision ist 2 Millionen Yen wert.
Außerhalb der Saison, und verbunden bleiben
Verpassen deine Daten alle sechs Turniere, bietet der Januar eine kostenlose Alternative. Ein Yokozuna vollzieht im Januar die Ringbetretungszeremonie, das Dezuiri, im Meiji Jingu in Tokio, meist um den 5. bis 7., und noch einmal beim Herbstfest des Schreins. Das Meiji Jingu ist täglich geöffnet und der Eintritt frei; es liegt in einem 70 Hektar großen Wald aus 120.000 Bäumen, die beim Bau von Menschen aus ganz Japan gestiftet wurden. Wirst du zum Morgentraining in einem Stall eingeladen, behandle es als Arbeitsplatz: komm pünktlich, bleib sitzen, bleib leise. Zum Netz: die Liste von NTT docomo vom Mai 2026 nennt 5G-SA-Punkte am Ostausgang des Bahnhofs Shinjuku und an der Kreuzung von Shibuya und warnt, dass Veranstaltungen das Netz überlasten; LTE wird mit rund 100% Bevölkerungsabdeckung angegeben, 5G hängt vom Gerät ab. Goodbars verkauft eine Japan-eSIM, die du zu Hause installierst und nach der Landung aktivierst; sie läuft über NTT docomo, gemessen an den Mobilfunkverträgen das größte Netz Japans, und unsere Abdeckungsseite für Japan zeigt, wo es verfügbar ist und was unabhängige Geschwindigkeitstests messen.






